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Eine Schweigeminute

Die Welt prescht unnachgiebig voran. Oft sind wir so sehr beschäftigt mit alt den Herausforderungen, die Tag für Tag auf uns einprasseln, dass gar keine Zeit mehr bleibt, um einmal ganz in Ruhe zurückzuschauen - auf das. was hinter uns liegt und uns an diesen Punkt gebracht hat. Denn der Fokus bleibt in der Reget nach vorne gerichtet. Auf das, was noch kommt und was wir uns wünschen für unsere Zukunft.

Doch ab und an darf auch mal Zeit sein für eine Schweigeminute. Einfach einen kurzen Moment innehalten und den Gedanken Raum geben. Einen Blick über die Schulter werfen auf alt die Menschen, denen wir in unserem Leben begegnet sind. Die uns geprägt und begleitet oder vielleicht auch nur einen flüchtigen Eindruck hinterlassen haben. Jeder von ihnen hat einen Anteil an dem, was wir heute sind. Einige von ihnen haben noch immer einen festen Platz in unserem Herzen, andere sind ganz aus dem Bewusstsein verschwunden - und tauchen nun plötzlich wieder auf in diesen stillen Momenten, die wir der Vergangenheit zugestehen.

Viele der früheren Gesichter sind fort - entweder bloß aus unserem oder gar ganz aus dem Leben. Ihnen bleibt nur der Raum in unseren Gedanken, aber dieser Raum kann sehr mächtig sein. Für einen kurzen Moment dürfen sie wieder neben uns stehen, uns ein Lächeln schenken oder einen Ratschlag. Und so haben sie noch immer an unserem Leben teil, ganz egal, was einst passiert sein mag. Geben uns vielleicht sogar Mut, wenn wir ihn gerade brauchen. Manchmal hilft ein Gedanke auch dabei, wieder zueinander zu finden. Wege, die einst in verschiedene Richtungen gelaufen sind, wieder zusammenzuführen. Für eine kurze Begegnung oder für mehr - wer weiß das schon?

Die Vergangenheit kann eine riesige Schatzkiste sein, die immer wieder neue Überraschungen für uns bereit hält. Denn das Bewusstsein ist ein Dieb, manchmal nimmt es uns wertvolle Momente und versteckt sie vor uns. Dann müssen wir selbst aktiv werden, um die Kiste zu finden und eine Weile darin zu stöbern. Und es kostet uns ja auch nicht viel: bloß eine Handvoll Augenblicke, die uns sonst ebenso leicht durch die Finger rinnen könnten.

Es ist nur eine Minute - aber sie hält am Leben. Uns und andere.

Einfach mal ...

Einfach mal rausgehen und durchatmen

Die Zeit der ständigen Kälte ist vorbei und schon seit einer ganzen Weile zeigt der Frühling an allen Ecken, wie farbenfroh und facettenreich unsere Welt auch jenseits der HD-Bildschirme sein kann. Sonne und Wärme beleben das Gemüt und bringen uns manchmal sogar so richtig ins Schwitzen. Da ist es dann nicht weiter schlimm, wenn zwischendurch mal eine Wolkenfront aufzieht - ganz ehrlich: Was gibt es denn Angenehmeres als das erfrischende Gefühl von kühlem Sommerregen auf der Haut?

Es ist jedes Mal erstaunlich, was der Wechsel der Jahreszeit bewirken kann. Probleme, die wir den Winter über mit uns herumgetragen haben, können sich im sonnengestärkten Herzen verändern und werden zu Herausforderungen - und zwar zu solchen, die sich bewältigen lassen. Und wenn uns nun etwas umtreibt, dann ist es einfach an derzeit, einen Schritt vor die Tür zu wagen. Die Füße über Bürgersteige, Feldwege und Wiesen wandeln zu lassen und dem Kopf damit den Raum zu geben, den er braucht. Beim Gehen denkt es sich häufig besser als eingezwängt in der Wohnung oder im Büro. Unter freiem Himmel können sich die Gedanken besser entfalten - was auch wundervoll ist für den kleinen kreativen Schub für zwischendurch. Manchmal reichen dafür schon wenige Minuten.

Und was so leicht in den Hintergrund rückt: einfach mal entspannen. Einige Momente auf der Wiese liegen oder es sich auf einer Parkbank gemütlich machen. Die Sonne durch die geschlossenen Augenlider spüren. Den Kopf freibekommen. Sich etwas Zeit nehmen, um zurückzublicken. Es klingt vielleicht seltsam - aber auch der stille Gang über den Friedhof kann sehr beruhigend und inspirierend sein. Allein der Gedanke daran, welche Geschichten sich hier verbergen. Dieser Ort hat viel zu erzählen über das. was vor uns war. Und wenn wir ihn schließlich wieder verlassen, haben wir womöglich auch ein geschärftes Bewusstsein für das, was vor uns liegt.

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